Protagonisten der Emo-Kultur
Selbst das eher kritische Nachrichtenmagazin "Stern" berichtete unter dem Titel "Nirvana für Teenies" in einer längeren Reportage über die Band.
und all das klingt wie schlauer Alternative Pop, der durch Lana Del Rey, Lorde, Florence Welch und, sehr wichtig, eine ganze Menge Hip-Hop (Tyler, the Creator, Childish Gambino, Missy Elliott) hindurchgegangen ist und darüber hinaus noch stark von Emo beeinflusst wurde, also jener Jugendkultur, die Rasierklingen in Form von Gürtelschnallen hervorgebracht hat und die von dem an stabiler Männlichkeit sehr interessierten Rap traditionell wegen ihrer Weichheit verachtet wird.
Und Jessie von der Emo-Tronic-Band Public Radio vermutet sogar, dass Frauen heute viel stärker als Popsexsymbole vermarktet würden als noch in den 1960ern und 70ern.
So darf der biodeutsche Emo-Rapper nämlich im Öffentlich-Rechtlichen als „Künstler“ abhängen und live performen, während dem Offenbacher „Babo“ Haftbefehl von FAZ bis Spiegel TV nur Platz gemacht wird, um die immer gleichen Fragen zu stellen: Bist du Antisemit?
Während andere Talente wie die Emo-Rapper Vic Mensa und Chance The Rapper ähnlich bunte, schräge Lebensentwürfe präsentieren, schlägt Vince Staples aus Long Beach, Kalifornien die entgegengesetzte Richtung ein.
Dittberner bespielt so genau die Art rein gefühlige Emo-Masche, mit der einen auch TV-Werbung für Bausparverträge bekommt, solange in ihr nur Models in offenen Cabrios zwischen Weizenfelder irgendwie momenthaft-jugendlich die Haare zu Electrofolk flattern lassen.