Einige glauben, die Locke könnte etwas über die "unsterblicheGeliebte" verraten - jene anonyme Adressatin, an die Beethoven vermutlich im Juli 1812 im Alter von 41 Jahren einen zutiefst leidenschaftlichen Brief geschrieben hatte: "Mein Engel, mein alles, mein Ich".
Caeyers gelingt es dabei, die Widrigkeiten des Beethovenlebens - dauernd prekäre wirtschaftliche Umstände, Krankheiten, Abhängigkeiten, der Kampf um das Sorgerecht für den Neffen Karl, die unendliche (und immer noch nicht aufgelöste) Geschichte um die "unsterblicheGeliebte" - auf dem aktuellen Wissensstand zu referieren, ohne daraus eine Heldengeschichte zu destillieren, aber auch, ohne das Genie im Allzumenschlichen verschwimmen zu lassen.
Bleibt Platz für ein Postskriptum, das ein Beethoven-Verehrer womöglich zur Hauptsache des Teplitzer Sommers 1812 erklären würde: ein Hinweis auf Beethovens Fortsetzungsbrief an die »UnsterblicheGeliebte«,
26.4.1792 Rouget de Lisle widmet dem Straßburger Gouverneur, Graf Luckner, den "Chant de guerre pour l’armée du Rhin". Das Lied wird wenige Monate später als "Marseillaise" bekannt.
26.4.1841 Im Pariser "Salle Pleyel", der bereits vor der offiziellen Konzertankündigung zu drei Vierteln ausverkauft war, feiert Frederic Chopin den wohl größten Thriumph seiner Karriere.