Tonart | Beitrag vom 28.10.2016
DVD-Kritik: "Westernhagen MTV Unplugged"
Los-geh-Rock mit Udo
Von Bernd Sobolla
Ein ordentlicher Konzertfilm ist Fatih Akins "Westernhagen MTV Unplugged" geworden, kein wirklich großes Werk.
In dem vor zwei Jahren entstandenen Konzertfilm „Never say never“ wirkte er bereits seltsam abwesend, was vor allem an fehlenden O-Tönen, fehlender Interaktion mit den Filmemachern und anscheinend fehlender - oder noch nicht entwickelter - Persönlichkeit lag.
Herr Wader, Herr Wecker, es ist ja kein Konzertfilm im reinen Sinn jetzt, dieser Streifen von Herrn Gaul, sondern die Tournee ist das Vehikel gewesen auch für eine Doppelfilmbiografie.
So ist eine umfassende Dokumentation mit vielen Gesprächen, persönlichen Geschichten (sogar mit deutschen Untertiteln) und natürlich mit dem Konzertfilm entstanden.
Die mediale Präsenz Kaufmanns geht fröhlich weiter: Am 8. Oktober kommt ein Konzertfilm in die Kinos, über jenen Auftritt, der vor allem in Italien Schlagzeilen machte: Am 14. Juni 2015 gab er einen Solo-Abend an der Mailänder Scala, nur Puccini, fünf Zugaben, 40 Minuten Applaus.
Daneben wurde auf einer von der Decke herabgelassenen Leinwand einerseits Cecil Taylors Solo aus der Dokumentation «Imagine the Sound» in Endlosschleife gezeigt; und mit Kopfhörern versehene Monitoren präsentierten Konzertfilme aus Taylors unebener Karriere.