Weltzeit | Beitrag vom 18.02.2019
Battle-Rap in Russland
Beleidigen mit Geist – und Grenzen
Von Ina Hildebrandt
Stirn an Stirn stehen die Musiker beim BattleRap.
Vollbild | Beitrag vom 04.07.2020
Hip-Hop-Musical „Hamilton“
Die Gründung der USA als Battle-Rap
Alex Lacamoire im Gespräch mit Susanne Burg
In „Hamilton“ wird das Leben des gleichnamigen Gründungsvaters der USA als Musical erzählt.
Peer Bießmann, ein junger Mann im Anzug und Anwalt des Musiklabels Aggro Berlin, bemüht sich gerade, ihnen das Genre Hip-Hop zu erklären: »Ganz wichtig ist die Methodik des Battle-Raps, des Wortkampfes, als Ersatz für tatsächliche Gewalt.
So ist die Kongressdebatte zwischen Hamilton und seinem Rivalen Thomas Jefferson nicht nur Basislager für eine ausufernde Wikipedia-Expedition in das fiskale System der USA, sondern auch ein astreiner Battlerap.
Einen lyrischen Anspruch, wie andere Rapper ihn durchaus pflegen, haben Farid Bang und Kollegah mit ihrem Album "Jung, brutal, gutaussehend 3" nicht:
"JBG bedeutet, scheiß auf komplexe Songtexte
JBG heißt, es wird stumpf und hart wie Betonklötze"
Ganz im Sinne des Battle-Raps müssen Kollegah und Farid Bang auch hart sein.
Die Wortwahl einiger Texte als Stilmittel des Battle-Raps zu verharmlosen, lehnen wir ab und möchten unsere deutliche Missbilligung gegenüber der Sprache und den getroffenen Aussagen unterstreichen."
Fragwürdig sei nach Meinung der Gruppe nicht die "vernachlässigenswerte" Punchline über Auschwitz, die tatsächlich mit den Gepflogenheiten des Battle-Rap zu erklären ist.
Ein runder Tisch hat nie stattgefunden
Andreas Müller: Dass ein Echo für ein Album verliehen wurde, das antisemitische, sexistische und homophone Inhalte verbreitet, war ja für viele Kritiker ein Zeichen dafür, dass solche Sachen nicht nur im Battlerap zur Normalität gehören, sondern auch in unserer Gesellschaft akzeptiert sind.