In einem um die Zeit der Uraufführung 1957 geführten Rundfunk-Interview erläuterte er seine Intentionen: „Was mich daran reizte, war das große politische Getriebe - es spielt im dreißigjährigenKrieg, die Habsburger Kaiser kommen vor, Wallenstein; Also die große Welt, nicht der kleine regionale Betrieb, der im ‚Mathis’ ist, sondern die ganz große Welt mit der großen Politik Wallensteins und des Kaisers, und diese Gegenströmung, wo ein Mann inmitten hineingestellt wird, der an eine Harmonie der Welt glaubt, aber in seinem eigenen Leben und in diesen Zeitläufen nichts davon findet - im Gegenteil, immer in größere Schwierigkeiten kommt. [...]
Timm: Das ist ja eine wilde Zeit, in die Sie da zurückschauen: DreißigjährigerKrieg, die Ausbreitung der evangelisch-lutherischen Kirche, eine Zeit, in der Seuchen an der Tagesordnung waren und wo man vor Fürsten seine Kratzfüße machte.
Denn es sind furchtbare Zeiten, in denen die Bach-Musiker zu überleben versuchen und ihren Pflichten als Stadtpfeifer, Kantoren und Organisten nachgehen: Der DreißigjährigeKrieg verwüstet Land, Dörfer und Städte.