Tonart | Beitrag vom 23.08.2016
KeithMoon zum Siebzigsten
Der wilde Clown unter den Schlagzeugern
Von Laf Überland
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KeithMoon gilt als größter Rowdy der Rockgeschichte: Der Schlagzeuger der Rockgruppe "The Who" stand für Exzesse und Zerstörungsorgien auf und abseits der Bühne, aber auch für virtuoses Schlagzeugspiel.
Gitarrist Pete Townshend zertrümmert seine Gitarre mitsamt Verstärker und Boxen, Drummer KeithMoon tritt sein Schlagzeug vom Podest und zündet zu guter Letzt noch eine Ladung Schwarzpulver, die er in der Basstrommel versteckt hatte.
Die unendliche, leidliche Frage, wer nun rückblickend der beste Rockschlagzeuger aller Zeiten gewesen sei, er oder KeithMoon von The Who oder doch John Bonham von Led Zeppelin, hätte er selbstredend mit seinem Namen beantwortet, wobei er sich die Bezeichnung als Rockschlagzeuger nicht hätte gefallen lassen.
Stuart Sutcliffe, Brian Jones, KeithMoon, sie alle hatten sterben dürfen, nur Syd Barrett lebte noch, irgendwie, und seine Band arbeitete sich echt freudianisch an seiner Existenz ab, wand sich in Selbstvorwürfen.
Und gleichzeitig ließen sich damals wie heute junge Bands vom Klang inspirieren, auch wenn sie sich nie als Surf-Rock-Musiker bezeichnen würden, KeithMoon von The Who zum Beispiel oder Vampire Weekend.
Und wenn er dann lange genug diese Musik gehört hatte, stellte er seine Smith-Corona-Schreibmaschine auf den Tisch und fing an, seinen Stream-of-Consciousness, seine Gefühle, seine Musik da rein zu hämmern: heftig und furchtlos wie KeithMoon am Schlagzeug.