Zwar kennt man seine Ikonografie im Schlaf, aber wenn man ihn dann leibhaftig trifft, staunt man doch, dass es all das, was nur noch Karikatur zu sein scheint, in echt gibt: diesen Karl-Lagerfeld-artig ausgedünnten Körper; die Hosen mit den superbreiten Nadelstreifen und so eng, dass man schon beim Anblick Atemnot bekommt; die langen Haare; schließlich die Sonnenbrille und der Hut, Modell Open Road, von ihm für sich entdeckt 1980 in New York und seitdem kaum mehr abgesetzt.
Selbst der alte KarlLagerfeld verfiel ihrem ätherischen Charme und machte sie zum Chanel-Model (nachdem er das zuvor schon mit Chan Marshall alias Cat Power getan hatte).
KarlLagerfeld soll Chan Marshall vor dem Eingang des New Yorker Mercer Hotel entdeckt haben, auf einem Stapel Louis-Vuitton-Koffer sitzend, zwei Gitarren neben ihr und eine Zigarette in der Hand.
Eine Rockrolle irgendwo zwischen Charleys Tante und Tony Curtis in Manche mögen’s heiß, nicht einfach für einen gestandenen Tenor - zumal in dieser Inszenierung nicht, in der Jupiter als KarlLagerfeld die Bühne beherrscht (mit persönlicher Erlaubnis des Modezaren) und noch der kleinste Statist im Fitnessstudio gecastet worden zu sein scheint.
Zentrum der frühen Musikproduktion
Früher als Saufstraße mit billigen Lokalen bekannt, fährt der Bus heute vorbei an den Luxusgeschäften von KarlLagerfeld und Estée Lauder.
Tonart | Beitrag vom 10.04.2017
Karen Elson: "Double Roses"
Lieder über verflossene Liebschaften
Von Marcel Anders
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KarlLagerfeld nannte sie "das Mädchen mit dem Außerirdischen-Look" – wegen ihrer roten Locken und der schneeweißen Haut.