"Wenn ich Chopin gespielt habe, fühle ich mich, als hätte ich über Sünden geweint, die ich nie begangen habe, und über Tragödien getrauert, die nie meine eigenen waren."
Bereits in den 80er Jahren begann die Wiederentdeckung der damals verbotenen Komponisten: So wurden Zemlinskys Opern „Der Traumgörge“ und „Der Zwerg“ (nach OscarWildes „Der Geburtstag der Infantin“),
Von Volker Hagedorn
9.2.2010 - 10:01 Uhr
Er ähnelte OscarWilde und war ein sensibler Grandseigneur, er mied die Menge, aber hochmütig war er nicht, eher selbstironisch.
Skandal, Dekadenz und Perversion waren die Themen des fin de siècle, Sigmund Freud hatte gerade in Wien die These aufgestellt, die Sexualität sei der bestimmende Trieb im Menschen, Autoren wie Arthur Schnitzler und OscarWilde - dessen Bühnenstück "Salomé" die Vorlage für Strauss lieferte - waren wegen ihrer freizügigen Stücke berühmt-berüchtigt.
Denn Ironie steht derzeit unter Weltfluchtverdacht, und bei Poulenc kann man hören, was OscarWilde sagte: »Das Leben ist zu wichtig, als dass man ernsthaft darüber reden sollte.«
Federboa, toupiertes Haar, Make-Up, Frauenkleider … noch mal Willi Winkler:
"Es sind die seit Michelangelo und OscarWilde bedeutendsten Beiträge der Homosexualität zur Kunst, schon allein durch sein onomatopoetisches, komplett sinnfreies, also geradezu jandlsches Glaubensbekenntnis: ’Awopbopaloobop Alopbamboom’."