Tonart | Beitrag vom 19.02.2016
GyörgyKurtág wird 90
Ein Meister der musikalischen Wahrhaftigkeit
Von Julia Kaiser
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Neben György Ligeti gilt er als der bedeutendste ungarische Komponist nach 1945.
GyörgyKurtág (*1926)
Der ungarisch-französische Komponist GyörgyKurtág ist ein Langsamarbeiter, der ständig verwirft, neu ansetzt und wieder prüft, um am Endes eines langen Evolutionsprozesses oft überraschend kurze Werke vorzuweisen, die er immer wieder zu Zyklen zusammenfasst.
Kaum zählbar die Komponisten, die Boulez anregte oder, wie GyörgyKurtág, entdeckte und förderte, kaum zu ermessen sein Einfluss auf die Interpretation gerade jenes romantischen Repertoires, aus dessen Gravitation sich die Serialisten in die Schwerelosigkeit schossen - und in dem er Strukturen mit dem Blick des Avantgardisten freilegt.
Unter den Zeitgenossen, die für Akkordeon komponiert (oder Akkordeon-Bearbeitungen legitimiert) haben, finden sich Namen wie Berio, Cage, Globokar, Gubaidulina, Hölszky, Holliger, Kagel, Krenek, Kurtág, Ligeti, Schnebel und Yun.
Wer täglich GyörgyKurtág, Luciano Berio, Wolfgang Rihm, Henri Dutilleux, Iannis Xenakis oder Bernd Alois Zimmermann für Österreich einstudieren musste, war nun froh, daneben endlich auch Franz Schuberts C-Dur-Sinfonie musizieren zu dürfen.
In der Philharmonie erklang die Musik von Stockhausen und Ligeti, von Boulez, Kurtag und Rihm - vor allem von Luigi Nono, dem Freund aus frühen Jahren der politisch linken Musikkultur Italiens.
von Billerbeck: Viele Komponisten der Gegenwart, die beziehen sich ja in ihren Werken explizit auf Schumanns Werke - Heinz Holliger hat kompositorisch auf die "Gesänge der Frühe" reagiert, Schumanns letztes Klavierwerk, GyörgyKurtag hat Schumann mit der "Hommage à R. Sch."
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